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Was ist eine Lebensversicherung?

Lebensversicherungen sind komplexe Versicherungsverträge, die häufig Vermögensbildung, Altersvorsorge und Risikoabsicherung beim Tod und schwerer Krankheit in einem Vertrag vereinigen.

Sie gehören zu den beliebtesten Versicherungen in Deutschland, auch wenn sie wegen einer im Vergleich zu anderen Geldanlagen angeblich zu geringen Rendite immer wieder in die Kritik geraten. Lebensversicherungen werden besonders zur privaten Altersvorsorge favorisiert.

Die Antwort auf die Frage, “was ist eine Lebensversicherung”, wird manche überraschen.

Meistens wird mit dieser Versicherungsart nur die Risikovorsorge oder die finanzielle Absicherung im Alter in Verbindung gebracht.

Doch auch andere Versicherungen sind per Definition Lebensversicherungen, von denen man es auf den ersten Blick nicht denkt.

Beispiele dafür sind Ausbildungsversicherungen oder Aussteuerversicherung.

 

Lebensversicherung: Definition

Bei Lebensversicherungen handelt es sich um Individualversicherungen. Sie werden im Gegensatz zu Sozialversicherungen durch einen privatrechtlichen Vertrag zwischen dem Versicherungsnehmer und der Versicherungsgesellschaft abgeschlossen und nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen abgewickelt.

Versichert ist das so genannte biometrische Risiko. Das kann der Todesfall sein (Todesfallversicherung) oder das Erleben bestimmter Ereignisse (Erlebensfallversicherung). Tritt das versicherte Ereignis ein, wird die vertraglich vereinbarte Leistung fällig.

 

Die verschiedenen Arten

Es gibt unterschiedliche Arten von Lebensversicherungen, je nachdem, welches Ereignis versichert wird. Man spricht von Risikolebensversicherungen, wenn die Versicherung beim Eintritt eines bestimmten unvorhersehbaren Ereignisses ausgezahlt wird, wie beim Todesfall, bei schwerer Krankheit, bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sowie bisweilen auch bei Arbeitslosigkeit.

Eine kapitalbildende Versicherung liegt vor, wenn bei Vertragsende eine bestimmte Summe ausgezahlt wird. Hier geht es nicht um Risikoabsicherung, sondern um das Ansparen von Kapital, häufig zur Altersabsicherung. Dass die Versicherung auslösende Ereignis ist das Erleben des Vertragsendes.

Bei gemischten Lebensversicherungen wird beides versichert: Die Altersvorsorge und der Hinterbliebenenschutz. Eine gemischte Lebensversicherung kombiniert also Kapital Lebensversicherungen mit Risikolebensversicherungen.

 

Auszahlung

Lebensversicherungen sind Summenversicherungen. Sie werden grundsätzlich bei Eintreten des Versicherungsfalles in einem Betrag ausgezahlt. Ob ein Schaden entstanden ist und wie hoch dieser ist, dieser Frage kommt keine Bedeutung zu.

Im Rahmen der Altersvorsorge können auch Kapital Lebensversicherungen mit regelmäßigen Rentenzahlungen vereinbart werden.

 

Formen der Lebensversicherung

Neben verschiedenen Arten gibt es außerdem unterschiedliche Formen der Lebensversicherung. Sie wurden entwickelt, um bestimmten Bedürfnissen der Versicherten gerecht zu werden, oder sie dienen als besondere Form der Lebensversicherung bestimmten Zwecken.

So wird mit einer Restschuldversicherung das Kreditausfallrisiko abgesichert. Es handelt sich um eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme, denn auch der Kreditbetrag verringert sich im Laufe der Zeit durch Tilgung.

Versicherungen über verbundene Leben versichern mehrere Personen. Die Versicherungssumme wird aber nur einmal ausgezahlt. Bei dynamischen Lebensversicherungen passt sich die Leistung den veränderten Lebensbedingungen an.

 

Ohne Gesundheitsprüfung?

Lebensversicherungen setzen grundsätzlich eine Gesundheitsprüfung voraus. Sie dient den Versicherungsgesellschaften zur Abschätzung des konkreten Risikos und zur Bemessung des Beitrages. Ist das Risiko zu hoch, kommt der Versicherungsvertrag nicht zu Stande.

Manche an einer Lebensversicherung interessierten Personen lehnen Gesundheitsfragen aus unterschiedlichen Gründen ab. Für diesen Personenkreis gibt es in sehr eingeschränktem Umfang eine Lebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung.

 

Lebensversicherung auflösen oder verwerten

Lebensversicherungen sind langfristige Verträge, und lange nicht in jedem Fall wollen oder können die Versicherten das reguläre Vertragsende abwarten.

Möglich ist natürlich eine Kündigung der Lebensversicherung. Versicherungsnehmer können die Beitragszahlungen aber auch einstellen und die Lebensversicherung ruhen lassen. Die bessere Alternative ist in vielen Fällen, die Kapital Lebensversicherung zu verkaufen oder zu beleihen.

In der Regel stehen Versicherungsnehmer sich dabei besser als bei einer Kündigung, bei der nur der geringe Rückkaufswert ausgezahlt wird.

Man kann Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt nicht nur verkaufen, man kann auch eine Lebensversicherung kaufen.

In manchen Fällen ist das wirtschaftlich vorteilhaft, weil man sich auf diese Weise mit relativ geringem Kapitaleinsatz die besten Renditeanteile sichern kann. Das ist der Fall, wenn eine Lebensversicherung mit relativ kurzer Restlaufzeit erworben wird.

 

Lebensversicherung: Info

Einige allgemeine Informationen zum Verständnis von Lebensversicherungen sind für jeden Versicherungsnehmer hilfreich.

Der Beitrag setzt sich in der Regel aus dem Risikoanteil, einem Sparanteil sowie einem Anteil zusammen der die Kosten und Abschlussprovisionen abdeckt.

Wird die Versicherungssumme einer Kapital Lebensversicherung zum regulären Ende der Laufzeit ausgezahlt, nennt man das Ablaufleistung. Die Ablaufleistung hat garantierte und nicht garantierte Bestandteile.

Garantiezins und Versicherungssumme (Summe der Sparanteile) stehen fest. Überschussbeteiligungen, zusammen mit eventuellen Schlussboni, sind variabel.

Die Rendite wird nicht so sehr durch den sehr häufig geringen Garantiezins bestimmt, als vielmehr durch die Überschussbeteiligung, die erst am Laufzeitende tatsächlich feststeht.

 

Lebensversicherung online

Wie heutzutage fast alle Dienstleistungen, kann man auch eine Lebensversicherung online anbahnen. Unabhängige Vergleichsportale und fast alle größeren Versicherungsgesellschaften stellen dafür eine Anzahl von Vergleichen und Rechnern zur Verfügung. Bei Direktversicherern ist der Antrag auf Abschluss einer Lebensversicherung mit einem Onlineformular möglich.

Unabhängige Verbraucherplattformen stellen Rechner zur Verwaltung der Lebensversicherung, etwa zur Berechnung der Restlaufzeitrendite, zur Verfügung. Allerdings lassen sich Kapital Lebensversicherungen oder gemischte Lebensversicherungen nur schwer miteinander vergleichen, da die Vertragsbestimmungen zu komplex sind und die Ergebnisse bei Vertragsende nur geschätzt werden können.

Eine individuelle unabhängige Beratung vor Abschluss solcher Lebensversicherungen ist deshalb empfehlenswert.

 

Lebensversicherungen in der Kritik

Vor allem Kapital Lebensversicherungen stehen zunehmend in der Kritik. Bemängelt wird die zu geringe Rendite. Sie wird noch dadurch geschmälert, dass früher bestehende Steuervorteile für Neuverträge ab 2005 teilweise weggefallen sind. Es wird oft empfohlen, Risikovorsorge und Kapitalvorsorge zu trennen.

Kapitallebensversicherungen sind abhängig von der Entwicklung der einzelnen Finanzmärkte. Kommt es zu Krisen, brechen die Renditen häufig ein.

Neuabschlüsse leiden unter sinkenden Garantiezinsen und bei Bestandsverträgen können die einst versprochenen Überschussbeteiligungen und Schlussboni nicht in voller Höhe geleistet werden.

Das war nach dem Platzen der Technologieblase zu Beginn dieses Jahrtausends so und das hat sich auch nach der Finanzkrise in besonderem Maße bestätigt.

 

Sichere Kapitalanlage

Auf der anderen Seite sind Lebensversicherungen eine sichere Kapitalanlage. Theoretisch mag es möglich sein, durch direkte Investitionen auf den Finanzmärkten bessere Renditen zu erzielen. Doch setzt dies umfassende Kenntnisse und eine dauernde Beobachtung der Kurse voraus.

Direktinvestitionen bergen ein hohes Risiko und unterliegen ebenso den Schwankungen der Finanzmärkte wie kapitalbildene Lebensversicherungen.

Deutsche Lebensversicherer investieren eher konservativ mit einem geringen Aktienanteil. Paradoxerweise ist es genau das, was sie besonders unter der Finanzkrise und ihren Folgen leiden lässt.

Anlegern, die ein etwas höheres Risiko in Kauf nehmen wollen, steht als Alternative die britische Lebensversicherung zur Verfügung. Britische Lebensversicherungen zeichnen sich durch einen höheren Aktienanteilen und damit höhere Gewinnschancen aus.

Wer sich darüber im Klaren ist, was eine Lebensversicherung ist, wie sie funktioniert und welche Renditechancen bei den unterschiedlichen Kapitallebensversicherungsarten bestehen, der erwirbt mit dem Abschluss eine solide Kapitalanlage.