Englische Lebensversicherung online

In Großbritannien haben Kapital Lebensversicherungen eine lange Tradition. Es gibt sie seit über 200 Jahren. Britische Lebensversicherungen sind erfolgreich, weil sie überdurchschnittliche Renditechancen bei guter Absicherung des angelegten Kapitals bieten.

Seit den neunziger Jahren können auch deutsche Anleger von den Erfahrungen englischer Lebensversicherungen profitieren.

Allerdings haben europaweit geltende Vorschriften zur Harmonisierung des Lebensversicherungsrechts die Handlungsmöglichkeiten der britischen Lebensversicherungen eingeschränkt. Die Folge sind niedrigere Renditen, die jedoch die Gewinnaussichten bei deutschen Lebensversicherungen immer noch übertreffen dürften.

Sinkende Garantiezinsen und Überschussbeteiligungen machen deutsche Kapitallebensversicherungen gegenwärtig zu einem weniger attraktiven Finanzprodukt für die Altersvorsorge. Jedenfalls ist das in den letzten Jahren so.

 

Englische Lebensversicherungen sind renditestark

Vor Einführung der EU Regeln haben britische Lebensversicherungen hauptsächlich in Aktien investiert. Dadurch konnten Renditen bis zu 11 % jährlich erzielt werden. Das so genannte Smoothing sorgt für die erforderliche Sicherheit des angelegten Geldes.

Eine solche Anlagestrategie ist unter den neun EU Vorschriften nicht möglich. Der Aktienanteil ist auf 35 % begrenzt.

Englische Lebensversicherungen schöpfen diesen Rahmen im Gegensatz deutschen Versicherern aber weitgehend aus. Bei ihnen liegt der Aktienanteil im Schnitt über 30 %, während die deutschen Lebensversicherer nur ca. 5 % der Gelder in Aktien anlegen.

Neben dieser Beschränkung haben neue gesetzliche Regeln auch englische Lebensversicherungen auf dem deutschen Markt verpflichtet, bei vorzeitiger Kündigung einen vorgeschriebenen Rückkaufswert zu erstatten.

 

With Profit Fonds

Eine Besonderheit britischer Lebensversicherungen und das Geheimnis ihres Erfolgs ist die Einrichtung von With Profit Fonds, in denen die Kundengelder angelegt werden. Diese Fonds verfolgen eine sehr langfristige Anlagestrategie. Kurz- und mittelfristige Kursschwankungen werden auf diese Weise ausgeglichen. Überdurchschnittliche Zuwächse sind die Folge.

Zusätzlich sorgt das so genannte Smoothing (Glättungsverfahren) für eine kontinuierliche Gewinnentwicklung. In guten Zeiten wird ein Teil der erwirtschafteten Überschüsse zurückgestellt, um damit mögliche spätere Verluste ausgleichen zu können.

Die durch langfristige Anlagestrategie und das Glättungsverfahren möglichen Garantien können bei den einzelnen englischen Lebensversicherungen unterschiedlich sein.

Immer greifen sie nur, wenn der Versicherungsvertrag bis zur vereinbarten Beendigung der Laufzeit durchgehalten wird. Nur dann geht die mit einem langfristigen Anlagehorizont verbundene Strategie auf.

Ein recht gut organisierter Zweitmarkt sorgt dafür, dass eine englische Lebensversicherung bei Bedarf vor Laufzeitende verwertet werden kann, ohne dass gekündigt werden muss.

 

Erträge

Erträge aus englischen Lebensversicherungen haben zwei Komponenten – den durch das Glättungsverfahren garantierten Wertzuwachs und den Schlussbonus.

Der Wertzuwachs wird während der Laufzeit des Vertrages regelmäßig gutgeschrieben. Zu der Auszahlung eines Schlussbonusses kommt es dann, wenn am Laufzeitende die im Fond zusammengefassten Geldanlagen über der geglätteten Wertentwicklung liegt.

Manche Versicherer kündigen Bonuszahlungen bereits im Jahr vor Laufzeitende an und garantieren ihre Auszahlung.

 

Vergleich und Angebote in Deutschland

Wie bei jeder Kapital bildenden Lebensversicherung ist ein automatisierter Vergleich so gut wie ausgeschlossen.

Einige bekannte Fachportale arbeiten aber mit einer Reihe von Lebensversicherungen zusammen, deren Angebote sie auf Wunsch ihrer Nutzer individuell vergleichen. Das ist auch bei britischen Lebensversicherungen möglich. Wird die Erstellung eines Angebots gewünscht, braucht nur ein Onlineformular ausgefüllt werden.

Wer ein entsprechendes Formular im Internet ausfüllt, wird mit einer fachmännischen Beratung während eines Telefongesprächs rechnen müssen.

Verträge über britische Lebensversicherungen können auch über deutsche Filialen der englischen Muttergesellschaften abgeschlossen werden, oder über Vermittler, wenn keine deutschen Filialen vorhanden sind.

Fast alle bekannten englischen Lebensversicherer bieten ihre Produkte in Deutschland an.

Beispiele sind Royal London oder Prudential. Eine Übersicht der Anbieter mit weiteren Produktinformationen bietet: http://www.britische-lebensversicherung-infoportal.de/britische-lebensversicherung-anbieter.php.

Einige britische Lebensversicherungen haben sich auf Einmalanlage-Policen spezialisiert, andere bieten neben herkömmlichen Lebensversicherungen auch Produkte zu Rürup-Renten an.

Mithilfe von Fachberatern die Leistungen englischer Lebensversicherungen zu vergleichen, ist in jedem Fall sinnvoll. Die Erträge können stark differieren. Nicht mit jeder britischen Lebensversicherung lassen sich hohe Renditen über dem deutschen Durchschnitt erzielen.

 

 Zweitmarkt

Ein funktionierender Zweitmarkt ist ein weiterer Vorteil englischer Lebensversicherungen. Soll die Lebensversicherung vorzeitig verwertet werden, sind die Versicherten nicht auf eine Kündigung und die Geltendmachung des geringen Rückkaufwertes angewiesen.

Sie können Ihre Lebensversicherung einfach verkaufen. Ein Verkauf hat für alle Beteiligten Vorteile. Der Verkäufer erzielt einen höheren Erlös, als er bei einer Kündigung möglich wäre.

Der Käufer erhält eine gebrauchte Lebensversicherung einschließlich aller Wertzuwächse und Boni zu einem verhältnismäßig günstigen Preis.

Der Versicherer kann den Vertrag zu Ende führen und muss ihn nicht auflösen. Da die Anlagestrategien britischer Versicherungen langfristig und dazu Versicherungsverträge mit sehr langen Laufzeiten Voraussetzung sind, haben auch die Versicherungsgesellschaften Vorteile.

Anders als in Deutschland können übrigens private Investoren ohne große Schwierigkeiten gebrauchte britische Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt erwerben, so genannte Tebs (Traded Endowment Policies).

  • 3. Januar 2012