Was ist eine Risikolebensversicherung

Mit einer Risikolebensversicherung wird das eigene Todesfallrisiko versichert. Es handelt sich also um ein Instrument der Hinterbliebenenversorgung.

Darin unterscheidet sich diese Art der Lebensversicherung von den unterschiedlichen Formen der Kapital Lebensversicherung, bei der die Altersvorsorge im Mittelpunkt steht.

 

Versicherte Risiken

Zusammen mit der Lebensversicherung auf den Todesfall können auch noch andere Risiken abgedeckt werden.

Es gibt unterschiedliche Paketlösungen, mit denen beispielsweise wirtschaftliche Nachteile wegen Erwerbsunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit abgesichert werden können. Möglich ist auch eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

Diese Einzelpakete sind genau genommen nicht Teil der Lebensversicherung sondern jeweils selbstständige Risikoversicherungen.

 

Risikolebensversicherung: Definition

Bei einer Risikolebensversicherung ist die Auszahlung der Versicherungssumme an den Tod einer Person geknüpft. Es handelt sich um Versicherungsverträge mit einer vereinbarten Laufzeit, die in der Regel wenigstens fünf Jahre betragen muss. Die Laufzeit ist jedoch nicht fest vereinbart.

Kündigung

Risikolebensversicherungen können grundsätzlich mit einer monatlichen Frist zum Jahresende gekündigt werden.

Werden Prämien periodisch in Raten gezahlt, kann mit einer Monatsfrist zum Schluss der Ratenszahlungsperiode gekündigt werden, frühestens aber zum Schluss des ersten Versicherungsjahres.

Tritt innerhalb der Laufzeit der Versicherungsfall ein, wird die vereinbarte Versicherungssumme an den Bezugsberechtigten ausgezahlt. Ist dies nicht der Fall, werden vom Versicherer keine Zahlungen erbracht. Die geleisteten Prämien „verfallen“ also ohne eine Leistung der Versicherer.

Am Vertrag Beteiligte

Per Definition sind an einer Risikolebensversicherung im Normalfall drei Parteien beteiligt: der Versicherer, der Versicherungsnehmer und die im Vertrag benannten bezugsberechtigten Personen.

Versichert ist der Tod des Versicherungsnehmers, bei dessen Eintritt die vereinbarten Leistungen an eine dritte Person oder an mehrere Personen, beispielsweise nahe Verwandte ausgezahlt werden. In der Regel ist es der Hauptverdiener, der seine Familie mit einer Risikolebensversicherung absichern möchte.

Möglich ist auch, dass das Leben einer Person versichert wird, die nicht Vertragspartner ist. Versicherungsnehmer und versicherte Person müssen also nicht identisch sein.

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Person, dessen Leben versichert ist, gleichzeitig bezugsberechtigt ist. Tritt der Versicherungsfall ein, sind die Leistungen aus der Risikolebensversicherung Teil des Nachlasses und unterliegen den erbrechtlichen und erbschaftssteuerrechtlichen Rechtsvorschriften.

 

Empfohlene Versicherungssumme

Allgemein wird eine Versicherungssumme empfohlen, die das 3 – 5 fache Jahresgehalt des Hauptverdieners ausmacht. Bei kinderlosen Ehepaaren werden drei Jahresgehälter für ausreichend erachtet.

Darüber hinaus sollten bei der Versicherungssumme größere Verbindlichkeiten berücksichtigt werden. Das gilt vor allem für Immobilienkredite, Hypothekendarlehen und Bausparkredite.

Bei Immobilienfinanzierungen sind Risikolebensversicherungen zur Absicherung des Kreditausfallrisikos nicht unüblich. Besonders häufig werden Bausparverträge auf diese Weise besichert. Der Bausparer trägt dafür die Kosten, die Teil der Effektivzinsen sind und entsprechend ausgewiesen werden.

In diesem Zusammenhang spricht man von Restschuldversicherungen. Bisweilen werden Restschuldversicherungen auch zur Kreditsicherung bei einfachen Konsumentendarlehen angeboten.

Sie können diese Kredite erheblich verteuern. Restschuldversicherungen müssen nur im Effektivzins ausgewiesen werden, wenn sie zwingende Voraussetzung für den Kreditabschluss sind. In anderen Fällen werden sie nicht Teil des Effektivzinses.

Die Höhe der Versicherungssumme kann veränderten Lebensbedingungen angepasst werden, sofern dies vertraglich vorgesehen ist.

Möglich ist beispielsweise der Abschluss einer dynamischen Lebensversicherung oder einer fallenden Risikolebensversicherung. Manche Versicherungsgesellschaften erlauben außerdem eine Erhöhung aus bestimmten Anlässen wie Heirat oder Geburt eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung. Der Abschluss einer neuen Lebensversicherung erübrigt sich dann.

 

Beitragshöhe, Eintritts & Endalter

Risikolebensversicherungen können auch noch von Personen abgeschlossen werden, die der Generation 65+ angehören.

Die Grenze liegt bei einem Eintrittsalter zwischen 60 und 74 Jahren. Nicht nur das Eintrittsalter variiert, sondern auch das Alter, an dem die Lebensversicherung spätestens abläuft (Endalter).

Das Eintrittsalter ist ein entscheidender Faktor für die Höhe der Versicherungsprämie. Daneben sind Geschlecht, Gesundheitszustand und auch der ausgeübte Beruf von Bedeutung.

Vor Abschluss einer Risikolebensversicherung wird regelmäßig eine Gesundheitsprüfung erforderlich, die sich oft nur auf das Ausfüllen eines Fragebogens beschränkt.

 

Rechtzeitiger Abschluss – niedrige Prämien

Eine Risikolebensversicherung sollte frühzeitig abgeschlossen werden, und es sollten lange Laufzeiten gewählt werden.

Bei einem jungen Eintrittsalter sind besonders günstige Beiträgemöglich, vor allem bei einem gesunden Lebensstil (Nichtraucher!). Eine lange Laufzeit verhindert weitere Gesundheitsprüfungen vor eventuellen Neuabschlüssen mit der Gefahr, dass höhere Beiträge gezahlt werden müssen.

Fachleute empfehlen vor allem jungen Familien den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Junge Familien haben in der Regel noch nicht genügend Vermögen angespart, um beim Tod vor allem des Hauptverdieners abgesichert zu sein.

Verglichen mit Kapital Lebensversicherungen sind die Beiträge für eine Risikolebensversicherung gering. Sie betragen meistens deutlich unter 100 € monatlich. Die Beitragshöhe hängt von der Versicherungssumme, der Vertragslaufzeit und einigen persönlichen Faktoren ab.

Verbundene Risikolebensversicherung

Mit einer verbundenen Lebensversicherung werden zwei Personen versichert. Die Versicherungssumme wird allerdings nur einmal ausgezahlt, nämlich an den überlebenden Bezugsberechtigten.

Verbundene Risikolebensversicherung sind besonders für Ehepaare geeignet.

 

Gesundheitsprüfung

Grundsätzlich führen Versicherungsgesellschaften vor Abschluss einer Risikolebensversicherung Gesundheitsprüfungen durch. Meistens beschränkt sich diese Prüfung auf die Ausfüllung eines Fragebogens.

Bei höherem Eintrittsalter und Versicherungssummen ab 200.000 € sind jedoch ärztliche Untersuchungen erforderlich. Diese können oft vom Hausarzt durchgeführt werden. Kommt es zum Vertragsschluss, übernehmen viele Lebensversicherer die Kosten.

Verändert sich während der Laufzeit der Versicherung der Gesundheitszustand oder der Lebensstiel, muss dies in der Regel angezeigt werden. Beispiel: Der Versicherte wird zum Zigarettenraucher.

Eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung ist in einigen Fällen möglich.

Kombination mit Berufsunfähigkeit und Unfallschutz

Möglich ist, neben dem Todesfallrisiko noch andere Risiken zusammen mit der Lebensversicherung als Paketlösung zu versichern.

Besonders populär ist eine Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Unfallzusatzversicherung.

Eine Unfallzusatzversicherung ist nicht unbedingt empfehlenswert, denn die bei Tod entstehenden Versorgungslücken werden bereits durch die Risikolebensversicherung abgedeckt.

Die Kombination mit einer Berufsunfallversicherung ist ebenfalls nicht in jedem Fall vorteilhaft. Denn es gibt Fälle, in denen die günstigste Risikolebensversicherung nicht auch die beste Unfallversicherung anbietet. Wichtig ist, dass bei einem Kombinationsprodukt beide Laufzeiten übereinstimmen.

Mit der verbundenen Berufsunfähigkeitsversicherung können die Beiträge zur Risikolebensversicherung abgesichert werden und darüber hinaus natürlich alle anderen wirtschaftlichen Risiken durch die Berufsunfähigkeit.

 

Steuerliche Behandlung der Risikolebensversicherung

Eine Definition der Risikolebensversicherung ohne die Behandlung steuerrechtlicher Fragen wäre unvollständig.

Die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen nach Paragraph zehn Einkommensteuergesetz bis zu den jeweils gültigen Höchstbeträgen steuerlich absetzbar.

Erträge aus der Risikolebensversicherung unterliegen nicht der Einkommenssteuer. Das ergibt sich mittelbar aus Paragraph 20 Abs. 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz.

Fällt die Versicherungssumme in eine Erbschaft, zum Beispiel weil Versicherungsnehmer und bezugsberechtigter identisch sind, besteht eine Erbschaftssteuerpflicht.

 

Günstige Risikolebensversicherung online

Einige Versicherungsgesellschaften bieten den Abschluss einer Risikolebensversicherung online an. Interessierte können alle erforderlichen Angaben in ein Formular eintragen, alle Gesundheitsfragen beantworten und die Lebensversicherung online berechnen lassen.

Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung eines professionellen Versicherungsvergleichs, der aus einer Vielzahl von Angeboten die beste Risikolebensversicherung für eine bestimmte Person ermittelt.

Nachdem das Formular ausgefüllt wurde, erfolgt allerdings häufig eine telefonische Kontaktaufnahme und Beratung. Das mag nicht jedem recht sein, aber die Nutzung eines unabhängigen Versicherungsvergleichs ist der beste Weg, eine tatsächlich günstige Risikolebensversicherung online abzuschließen.

  • 3. Januar 2012