Sterbegeldversicherung sinnvoll

Sterbegeld-Versicherungen sind besonders aktuell, seitdem die gesetzlichen Krankenkassen diese Leistung nicht mehr bieten. Das ist seit 2004 der Fall. Zuvor war das Sterbegeld schon auf 500 € begrenzt worden.

 

Was ist Sterbegeld?

Es handelt sich um eine kleine Kapitallebensversicherung auf den Todesfall mit in der Regel lebenslanger Laufzeit. Manchmal wird jedoch die Versicherungsleistung auch ab einem bestimmten sehr hohen Alter fällig.

Die Versicherungssummen übersteigen selten 10.000 € und dienen der Absicherung der mit einer Beerdigung verbundenen Kosten. Einige Anbieter offerieren eine Sterbegeld-Versicherung über höhere Beträge wie zum Beispiel 25.000 €.

Die Beiträge sind gering. Wird eine Auszahlungzu einem bestimmten Alter vereinbart oder soll ab einem bestimmten Alter eine Freistellung erfolgen, müssen höhere Beiträge entrichtet werden.

Die Prämienhöhe hängt, wie bei allen Risikoversicherungen, vom Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn ab. Sterbegeld-Versicherungen werden häufig von kleinen spezialisierten Versicherungsgesellschaften angeboten, den so genannten Sterbekassen.

 

Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Grundsätzlich gibt es bei einer Sterbegeldversicherung keine Gesundheitsprüfung. Angesichts geringer Versicherungssummen und Prämienwäre der Verwaltungsaufwand dafür zu hoch.

Die Sterbegeldkassen minimieren ihr Ausfallrisiko jedoch auf eine andere Weise. Sie vereinbaren Wartezeiten. Die Wartezeiten betragen zwischen 18 und 36 Monaten.

Innerhalb dieses Zeitraums fällt zumeist der Versicherungsschutz allerdings nicht vollständig aus. Er wird gestaffelt in einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme gewährt.

Beispielsweise wird in den ersten Monaten nur der bis dahin eingezahlte Beitrag erstattet wenn der Versicherungsfall eintritt, nach einem Jahr 30 % der Versicherungssumme, nach 18 Monaten 60 % und so weiter. Einige Sterbekassen verzichten aber auf eine Wartezeit.

 

Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit

Manche Sterbekassen bieten eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit ausdrücklich an. Dann jedoch findet eine Gesundheitsprüfung statt.

Oft beschränkt sich diese Prüfung auf die Beantwortung von ein paar Gesundheitsfragen, oder es wird nur eine schriftliche Bestätigung verlangt, dass keine lebensbedrohlichen Erkrankungen im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vorliegen.

Das ist beispielsweise bei GE-BE-In so. Die Versicherungssumme ist auf 8.000 € beschränkt. Möglich ist ein Eintrittsalter von 40 – 65 Jahren.

Bei einigen Sterbegeld-Versicherungen entfällt die Wartezeit bei Unfalltod anderer Versicherungsgesellschaften bieten Unfallversicherungen als Zusatzversicherung an und zahlen bei einem Unfalltod die doppelte Versicherungssumme aus.

 

Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Die Frage ob eine Sterbegeldversicherung sinnvoll ist, wird von vielen Experten und Versicherungstests negativ beantwortet.

So kritisiert beispielsweise Finanztest, dass eine Sterbegeld-Versicherung in der Regel zu kostspielig ist und die Bedingungen kundenunfreundlich sind.

Das gilt vor allem für Versicherungen, die ab 65 Jahren abgeschlossen werden. Hier ist der Risikoanteil im Beitrag zu hoch. Die Folge ist, dass bei Eintritt des Versicherungsfalles weniger als die Beitragsgesamtleistung ausgezahlt wird.

Kritisiert wird außerdem, dass eine Sterbegeld-Versicherung häufig als Türöffner für andere Finanzprodukte benutzt wird.

  • 3. Januar 2012