Fallende, flexible Lebensversicherung

Bei einer flexiblen Lebensversicherung verringert sich jährlich die Versicherungsleistung um einen bestimmten, bei Vertragsschluss vereinbarten Betrag.

Die Beiträge für eine fallende Risikolebensversicherung sind deutlich geringer als bei anderen Risikolebensversicherungen, denn dem Versicherten kommt eine verhältnismäßig hohe Gewinnbeteiligung zugute.

 

Junge Familien profitieren

Eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme kann für junge Familien mit einem Hauptverdiener sinnvoll sein.

In den ersten Versicherungsjahren wird im Falle des Todes des Hauptverdieners eine hohe Versicherungssumme ausgezahlt, die in späteren Zeiten zur finanziellen Absicherung nicht mehr erforderlich ist, weil Vermögen aufgebaut wurde.

Versicherungsnehmer können also eine langfristige Lebensversicherung abschließen, deren Prämien und Leistungen sich regelmäßig an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Eine Kündigung mit anschließendem Neuabschluss nebst einer weiteren Gesundheitsprüfung ist also nicht erforderlich.

 

Anwendungsfall Restschuldversicherung

Der Hauptanwendungsfall einer flexiblen Lebensversicherung liegt in der Absicherung der Gläubiger bei einer Kreditvergabe. Hier wird in der Regel von einer Restschuldversicherung gesprochen.

Durch die Verringerung der Versicherungssumme soll sichergestellt werden, dass bei einem Annuitätdendarlehen keine „Überversicherung“ erfolgt. Die Versicherungssumme kann so bemessen werden, dass sie die jeweilige Darlehensverpflichtung gerade abdeckt.

 

Formen der flexiblen Lebensversicherung

Man unterscheidet die linear fallende Risikolebensversicherung von der annuistisch fallenden. Einige Versicherungsgesellschaften bieten außerdem flexible Lebensversicherungen an, deren Ablauf individuell abweichend von den beiden Grundformen vereinbart werden kann.

Linear fallende Risikolebensversicherung

Die Versicherungssumme fällt jährlich um einen konstanten Betrag, bis sie den Wert „null“ erreicht. Entsprechend sinken die Prämien. Der Betrag, um den sich die Leistung jährlich verringert, wird durch die anfängliche Versicherungssumme und die Laufzeit bestimmt.

Beispiel: Bei einer Versicherungssumme von 100.000 € und einer Laufzeit von zehn Jahren fällt die Versicherungssumme jährlich um 10.000 €.

Eine linear fallende Risikolebensversicherung ist ungeeignet, wenn es um die Absicherung von Annuitätendarlehen (Immobilienfinanzierungen oder Konsumentenkredite) geht.

Die jeweilige Versicherungssumme bildet den jeweiligen Stand der Verbindlichkeiten zu keinem Zeitpunkt korrekt ab. Vor allem in den ersten Jahren einer langfristigen Fremdfinanzierung entsteht eine Unterversicherung.

Annuistisch fallenden Risikolebensversicherung

Die Versicherungssumme passt sich der verbleibenden Kreditsumme an. Diese Form der Risikolebensversicherung eignet sich eher als Restschuldversicherung für Hypothekendarlehen.

In der Praxis werden dem Versicherer Zinsen und Tilgung des Darlehens mitgeteilt. Die Versicherungssumme wird so berechnet, dass sie möglichst genau der Restverbindlichkeit entspricht.

Allerdings versagt auch dieses Modell, wenn sich die Darlehensbedingungen im Laufe der Zeit ändern, weil die Zinsbindungsfrist abläuft oder Sondertilgungen vorgenommen werden.

Deswegen wird bisweilen der Abschluss einer Risikolebensversicherung mit technisch
einjährig kalkulierten Beiträgen als Alternative empfohlen.

Bei dieser Form werden die Prämien jährlich neu kalkuliert und zwar auf der Grundlage des tatsächlich bestehenden Risikos.

Die Absicherung von Restschulden über eine flexible Lebensversicherung wird von Kreditgebern gern gesehen. Ihr Ausfallrisiko reduziert sich dadurch praktisch auf Null.

Der Abschluss einer fallenden Lebensversicherung zusätzlich zum Kreditvertrag ist aber nur in Ausnahmefällen im Interesse der Darlehensnehmer.

Bei langfristigen Darlehen über größere Beträge, beispielsweise zur Immobilienfinanzierung mag eine flexible Lebensversicherung noch sinnvoll sein. Bei normalen Verbraucherdarlehen erhöhen sich die Kreditkosten dadurch jedoch erheblich.

  • 3. Januar 2012