Die verschiedenen Formen der Lebensversicherung

Die Versicherungswirtschaft wird nicht müde, neue Formen der Lebensversicherung zu entwickeln, um alle möglichen Interessenlagen ihrer Versicherten abzudecken.

Beispiele hierfür sind verbundene Lebensversicherungen, dynamische Lebensversicherungen, besondere Restschuldversicherungen und fallende Risikolebensversicherungen.

 

Verbundene Lebensversicherung

Die verbundene Lebensversicherung wird auch als Versicherung auf verbundene Leben oder auf zwei Leben bezeichnet.

Sie kann für alle verschiedenen Arten der Lebensversicherungen abgeschlossen werden, als Risikolebensversicherung ebenso wie als gemischte Lebensversicherung oder kapitalbildende Lebensversicherung.

Ihr Kennzeichen ist, dass zwei oder mehr Personen versichert werden, die Versicherungssumme aber nur einmal ausgezahlt wird.

 

Dynamische Lebensversicherung

Bei einer dynamischen Lebensversicherung erhöhen sich die Beiträge in vereinbarten Abständen und damit auch die Leistungen aus der Lebensversicherung.

Dadurch soll eine automatische Anpassung an geänderte Lebensbedingungen erreicht werden, ohne dass eine Auflösung des alten Lebensversicherungsvertrages und ein Neuabschluss erforderlich werden.

Möglich ist eine prozentuale Erhöhung oder eine indexgebundene Erhöhung (beispielsweise Lebenshaltungsindex). Basis ist immer die letzte Beitragsperiode vor der Anpassung. Jede Vertragsanpassung wird provisionsmäßig als Neuabschluss behandelt. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten. Das ist ein Nachteil jeder dynamischen Lebensversicherung.

 

Restschuldversicherungen

Zu den besonderen Formen der Lebensversicherung gehören auch Restschuldversicherungen, selbst wenn mit ihnen sehr oft nicht nur das Todesfallrisiko, sondern auch andere Risiken, wie Berufs- und Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit, abgesichert werden.

Restschuldversicherungen werden im überwiegenden Interesse des Kreditgebers abgeschlossen und schützen ihn vor dem Kreditausfallrisiko.

Aus Sicht des Darlehensnehmers sind sie in den überwiegenden Fällen überflüssig. Das gilt eigentlich immer für normale Verbrauchskredite. Bei großen Darlehen, zum Beispiel zur Immobilienfinanzierung, können sie im Einzelfall auch für die Kreditnehmer sinnvoll sein.

Restschuldversicherungen verteuern Kredite, bei kleineren Darlehen erheblich. Die Kosten sind nur dann im Effektivzins enthalten, wenn der Abschluss der Restschuldversicherung zwingend war. In allen anderen Fällen müssen die Kosten hinzugerechnet werden.

 

Fallende Risikolebensversicherung

Bei dieser Form der Lebensversicherung minimieren sich Versicherungssumme und Beiträge in bestimmten Intervallen. Es handelt sich um Risikolebensversicherungen.

Man unterscheidet lineare von annuistisch fallenden Risikolebensversicherungen. Beide Formen werden hauptsächlich zur Absicherung von Krediten verwendet. Die annuistisch fallende Risikolebensversicherung eignet sich dazu am besten, da die Versicherungssumme sich laufend an die sich stetig durch Tilgung verringernde Restschuld anpasst.

 

Immobilienfinanzierung und Lebensversicherung

Als Alternative zu herkömmlichen Hypothekendarlehen wird bisweilen eine Immobilienfinanzierung mit einer Lebensversicherung empfohlen.

Dabei wird ein endfälliges Darlehen abgeschlossen, das durch eine gleichzeitig oder zuvor vereinbarte Kapital Lebensversicherung besichert und bei Fälligkeit gekündigt wird.

Eine Immobilienfinanzierung unter Einschluss einer Lebensversicherung erscheint zunächst wegen niedriger Raten günstig, kann aber insgesamt gesehen teurer als ein Hypothekendarlehen sein.

  • 3. Januar 2012