Umwandlung von Lebensversicherungen: Vor- und Nachteile

Verträge über Lebensversicherungen haben lange Laufzeiten, während der sich die Lebensverhältnisse der Versicherten grundlegend ändern können.

Häufig stellt sich deshalb die Frage, ob man die einmal abgeschlossene Lebensversicherung umwandeln kann, und zwar in ein (anderes) Produkt zur Altersvorsorge oder zur Kapitalbildung.

In Betracht kommt beispielsweise die Umwandlung einer Risikolebensversicherung in eine kapitalbildende Lebensversicherung oder der Umtausch einer Kapitallebensversicherung in ein Produkt der Rentenversicherung.

Beides ist möglich, aber in vielen Fällen mit wirtschaftlichen Nachteilen für den Versicherten verbunden.

Die Umwandlung einer Lebensversicherung setzt immer eine Mitwirkung des Versicherers voraus.

Entweder muss die Möglichkeit der Umwandlung bereits im Versicherungsvertrag vorgesehen sein oder die Versicherungsgesellschaft muss dazu ihre Zustimmung geben.

 

Umwandlung einer Risikolebensversicherung in eine Kapitallebensversicherung

 

Die Umwandlung von Risikolebensversicherungen in kapitalbildende Versicherungen wird in der Praxis verhältnismäßig häufig vorkommen.

Sie ist für die Versicherungsgesellschaften kein schlechtes Geschäft und wird deshalb oft beim Abschluss einer Lebensversicherung angeboten.

Voraussetzung ist eine entsprechende Klausel im Vertrag über die Risikolebensversicherung.

Sie erlaubt dem Versicherungsnehmer, dem Vertrag eine kapitalbildende Variante hinzuzufügen.

Oft wird vereinbart, dass die Umwandlung, genauer die Ausweitung, des Vertrages in eine gemischte Lebensversicherung innerhalb der ersten zehn Jahre möglich ist.

Vorteile der Umwandlung

Eine erneute Gesundheitsprüfung entfällt. Die Hinzufügung einer oder die Umwandlung in eine Kapitallebensversicherung ist also auch bei Erkrankungen möglich, die sonst zur Vertragsablehnung führen könnten.

Darüber hinaus gibt es Kostenvorteile, weil der Neuabschluss einer Vorsorgepolice entfällt. Allerdings ist es nicht möglich, die Todesfallsumme aus der Risikoversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Nachteile der Umstrukturierung

Nachteile entstehen bei einem hohen Todesfallschutz. Will man ihn beibehalten steigen die Beiträge nach der Umstrukturierung des Vertrages häufig unverhältnismäßig an.

Deswegen bieten Versicherungsgesellschaften an, den Todesfallschutz zu Gunsten der Altersversorgung oder der Kapitalbildung herabzusetzen.

Manchmal lassen sich die Versicherer das Umwandlungsrecht mit einem Beitragsanteil im Risikobeitrag gesondert bezahlen.

Ob sich die Umwandlung einer Risikolebensversicherung in eine Kapitallebensversicherung tatsächlich lohnt, erscheint in vielen Fällen fragwürdig. Wirtschaftlicher ist es oft, Risikovorsorge, Altersvorsorge und Kapitalbildung voneinander zu trennen und jeweils Einzelverträge abzuschließen.

Ein solches Vorgehen wird von vielen Fachleuten empfohlen.

 

Umwandlung einer Kapitallebensversicherung in eine Rentenversicherung

 

Soll die Umwandlung in eine nicht steuerlich geförderte private Rentenversicherung erfolgen, stellt sie in der Regel kein Problem dar.

Sie ist auf zwei Wegen möglich. Die meisten Versicherungsgesellschaften bieten unterdessen so genannte Optionsrentenversicherungen an. Eine weitere Möglichkeit der Abschluss einer sofort beginnenden Rentenversicherung.

Optionsrentenversicherung

In der Regel wird die Ablaufleistung einer Kapitallebensversicherung in einem Betrag ausgezahlt. Die meisten Versicherer bieten unterdessen allerdings Verträge mit einer Verrentungsoption an.

Zum Laufzeitende können die Versicherten entscheiden, ob sie eine Einmalzahlung wünschen oder eine lebenslange Rente für sie die bessere Wahl ist.

 Sofort beginnende Rentenversicherung

 Die in einer Summe ausgezahlte Ablaufleistung der Kapitallebensversicherung wird als Einmalprämie für eine sofort beginnende Rentenversicherung eingezahlt.

Bei einer solchen Rentenversicherungs gibt es keine Ansparphase. Sie beginnt unverzüglich mit der Prämienleistung.

Möglich ist natürlich auch, sich die Ablaufleistung aus der Kapitallebensversicherung auszahlen zu lassen und daneben angespartes Kapital als Einmalprämie in eine Rentenversicherung zu stecken.

Wer 10.000 € investiert kann mit einer zusätzlichen lebenslangen Rente in Höhe von ca. 50 € monatlich rechnen.

Sofort beginnende Rentenversicherungen gelten jedoch als relativ unwirtschaftlich, da die Rendite gesamt geringer ausfällt als bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung

Die aufgeschobene Rentenversicherung ist der Normalfall. Wie bei einer Kapitallebensversicherung gibt es eine Ansparphase über viele Jahre hinweg.

 

Umwandlung einer kapitalbildenden Versicherung in eine Riester Rente

 

Grundsätzlich besteht diese Möglichkeiten, gleichgültig ob es sich bei dem ursprünglichen Vertrag um eine Kapitallebensversicherung oder um eine private Rentenversicherung handelt.

Der Versicherungsnehmer muss jedoch von der Zertifizierungsstelle prüfen lassen, ob die bestehende Police den Kriterien für die steuerliche Förderung genügt. Eine solche Prüfung, mit meistens offenem Ausgang, soll etwa 2.500 € kosten.

Hat der Versicherer des bestehenden Vertrages keine riesterfähigen Produkte im Angebot, ist eine Umwandlung von vornherein so gut wie ausgeschlossen.

Abgesehen davon können noch eine Reihe weiterer Gründe gegen eine Umwandlung sprechen. Bei gemischten Verträgen müsste etwa die Todesfallleistung vollständig neu kalkuliert werden. Stirbt der Sparer, muss sie als Rente ausgezahlt werden.

Außerdem entstehen steuerliche Probleme. Denn Riester Policen werden in der Regel steuerrechtlich anders behandelt als andere Rentenversicherungen oder Kapitalversicherungen.

Diese Probleme machen eine Vertragsumwandlung von kapitalbildenden Versicherungen oder privaten Rentenversicherungen in eine Riester Rente praktisch unmöglich.

 

Umwandlung einer Lebensversicherung in eine Direktversicherung

 

Theoretisch ist die Umwandlung einer Kapitallebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung in eine Direktversicherung denkbar. Sie ist jedoch aus den gleichen Gründen wie bei der Riester Rente keinesfalls empfehlenswert.

So werden bei einer Umwandlung auf den gesamten Auszahlungsbetrag der Direktversicherung Krankenversicherungsbeiträge fällig.

Hat ein Versicherungsnehmer die Umwandlung beispielsweise nach einer Laufzeit der ursprünglichen Versicherung von zehn Jahren vollzogen, ist das kein gutes Geschäft.

Denn die mit der Krankenversicherungspflicht korrespondierenden Steuervorteile treten nur für die Beitragsanteile nach der Umwandlung der Lebensversicherung in eine Direktversicherung ein.

  • Updated 22. Dezember 2017