Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Eine Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen ist möglich, aber keineswegs die beste Lösung zur Risikoabsicherung und Altersvorsorge.

Kapitallebensversicherungen ohne Gesundheitsprüfung gibt es sehr oft nur mit relativ geringen Versicherungssummen, und sie können nur bis zu einem bestimmten Alter abgeschlossen werden.

 

Zielgruppe

Für eine Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung können im Einzelfall gute Gründe sprechen. Manche möchten vielleicht ganz einfach vermeiden, dass persönliche Angaben zur Gesundheit und zum Lebensstil der Versicherung zur Kenntnis gelangen.

Andere haben ganz einfach vergessen wegen welcher Kleinigkeiten sie in ärztlicher Behandlung waren und scheuen den mit Nachforschungen verbundenen Aufwand.

Wieder andere sind gegenwärtig nicht gesund und möchten Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder gar Vertragsablehnungen vermeiden.

Schließlich gibt es eine Reihe von an einer Kapital Lebensversicherung interessierte Personen, die schon einmal abgelehnt wurden und deshalb in der so genannten Wagnisdatei stehen.

 

Nur im Notfall ohne Gesundheitsprüfung

Liegen keine zwingenden Gründe vor, ist der Abschluss einer Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung wenig ratsam. Eine solche Versicherung sollte nur im Notfall beantragt werden.

Für diejenigen, die eine Lebensversicherung ohne Gesundheitsfragen unbedingt beantragen möchten oder anders keinen Versicherungsschutz erhalten, gibt es im Gegensatz zur reinen Risikolebensversicherung ein paar Angebote.

Allerdings kann es auch bei diesen Angeboten Schwierigkeiten geben. Versicherungen verfügen über eine Zentraldatei, in der Daten über Versicherte und Antragsteller gesammelt werden.

Ergibt sich aus dieser Datensammlung, dass der Antragsteller bereits einmal abgelehnt wurde oder Leistungsausschlüsse sowie Zuschläge vereinbart wurden, kann der Antrag auch bei einer Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen nicht zum Erfolg führen.

Im folgenden werden die Konditionen für Kapitallebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen in ihren Grundzügen kurz dargestellt.

 

Konditionen

In vielen Fällen handelt es sich um gemischte Versicherungsverträge. Sie gewähren Hinterbliebenen Schutz (Risikoversicherung) und außerdem Altersvorsorge (Kapitallebensversicherung).

Für die Risikokomponente gibt es häufig Wartezeiten, beispielsweise 36 Monate. Tritt der Todesfall innerhalb dieser Wartezeit ein, entfallen Leistungen an die Bezugsberechtigten. Die Kapitalkomponente wird mit Ablauf des Versicherungsvertrages ausgezahlt.

Klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungen

Lebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen können klassische Kapital Lebensversicherungen sein oder fondsgebundene Lebensversicherungen. Meistens handelt es sich um fondsgebundene Lebensversicherungen.

In einigen Fällen wird die Versicherungssumme mit einem Einmalbetrag ausgezahlt, in anderen Fällen gibt es regelmäßige Ratenzahlungen. Häufig haben Versicherte und/oder Bezugsberechtigte ein Wahlrecht.

Eintrittsalter

Das Eintrittsalter ist bei Kapitallebensversicherungen ohne Gesundheitsprüfung in der Regel begrenzt. Es gibt also ein Mindestalter und ein Höchstalter.

Beispielsweise sind nur Personen zwischen 40 und 70 Jahren antragsberechtigt. Interessant ist das relativ hohe Mindestalter. Junge Personen haben deshalb nur in Ausnahmefällen eine Chance, eine Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen abzuschließen.

Geringe Versicherungssummen

Ein echtes Problem sind die geringen Versicherungssummen. Der maximale Versicherungsschutz ist in der Regel altersabhängig und beträgt gegenwärtig, soweit ersichtlich, höchstens 60.000 €.

Fondsgebundene Lebensversicherungen ohne Gesundheitsprüfung bis zu 50.000 € scheinen die Regel zu sein. Wird höherer Versicherungsschutz gewünscht, bleibt der Abschluss mehrerer Versicherungen als Ausweg. Das ist natürlich eine unpraktische und teure Lösung.

  • Updated 9. Juni 2018