Risikolebensversicherung und Steuern

Mit einer Risikolebensversicherung Steuern zu sparen, das ist selten der Grund, eine solche Versicherung abzuschließen.

Sie eignet sich nicht als Kapitalanlage, sondern ist darauf ausgerichtet, Familien im Todesfall abzusichern.

Der Hauskredit soll mit dem Versicherungsbetrag bezahlt oder die Hinterbliebenen erstmal versorgt werden, falls der unvorstellbare Verlust eines Elternteils eintritt.

Deshalb treten Fragen, ob die Risikolebensversicherung steuerlich absetzbar ist oder die Besteuerung von Lebensversicherungen bei Vertragsschluss meistens in den Hintergrund.

Tritt jedoch der Versicherungsfall ein, ist auf die Lebensversicherung Erbschaftssteuer fällig, sofern die Erbmasse die Freibeträge übersteigt.

Allein das macht es sinnvoll, bereits beim Abschluss einer Risikolebensversicherung die steuerliche Behandlung zu kennen, die hier im Überblick dargestellt wird.

 

Ist die Risikolebensversicherung steuerlich absetzbar?

Gelegentlich besteht noch das Missverständnis, die gezahlten Beiträge könnten von der zu zahlenden Steuer abgezogen werden.

Das ist niemals der Fall. Es geht immer nur darum, dass die gezahlten Beiträge das Einkommen mindern, auf das die Steuer berechnet wird.

Schaut man als Anfänger ins Steuererklärungsformular und findet unter Zeile 48 der Anlage Vorsorgeaufwand die Risikoversicherungen, wird man die Frage nach der Absetzbarkeit zunächst mit „ja“ beantworten.

Aber wegen erheblicher Einschränkungen kommt ein Steuervorteil selten zustande.

Beiträge für die Risikolebensversicherung, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen, gehören in der Steuererklärung zu den Sonderausgaben.

Diese sind unterteilt mehrere Kategorien. Seit 2010 gehören solche Versicherungsbeiträge in die Kategorie „sonstige Vorsorgeaufwendungen“.

Dorthin gehören auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, freiwillige sowie gesetzliche Arbeitslosenversicherungen, Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen und außerdem die Beiträge zu Kapitallebensversicherungen, die bis zum 31.12.2004 abgeschlossen wurden.

Dies alles ist begrenzt auf einen Höchstbetrag von 1.900 Euro für jede Person für alle, die ihre Krankenversicherung nicht voll tragen müssen und 2.800 Euro für alle, die sie voll bezahlen.

Dabei sind immer mindestens die Basisabsicherungen der Kranken- und Pflegeversicherung voll abzugsfähig.

Sehr viele Steuerpflichtige kommen bereits mit den Beiträgen dieser Basisversicherung über den Höchstbetrag, so dass alle anderen Kosten nicht mehr absetzbar sind (Rechenbeispiel für einen Fall, wo eine Risikolebensversicherung praktisch nicht mehr absetzbar ist http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderausgabe_%28Steuerrecht%29).

 

Sind Auszahlungen aus der Lebensversicherung steuerfrei?

Auf die Einkommensteuer bezogen lässt sich die Frage ganz klar mit „ja“ beantworten. Hier bleibt die Lebensversicherung steuerfrei.

Es ist gut, dass die betroffenen Hinterbliebenen in solchen traurigen Lebenssituationen keine unübersehbaren einkommensteuerlichen Forderungen zu fürchten haben. Das kann jedoch bei der Erbschaftssteuer anders sein.

 

Wann ist für eine Lebensversicherung Erbschaftssteuer zu bezahlen?

Auf die Frage passt die berühmte juristische Antwort (die manchen Laien zur Verzweiflung bringt) besonders gut: „Kommt drauf an“.

Ganz klar muss die Lebensversicherung in die Erbschaftssteuererklärung. Ehepartner mit einem Freibetrag von gegenwärtig 500.000 Euro und Kinder mit einem Freibetrag von 400.000 Euro werden aber in vielen Fällen erbschaftssteuerfrei bleiben.

Anders ist es bei nichtehelichen Lebenspartnern. Deren Freibetrag liegt bei 20.000 Euro, da ist selbst auf eine geringe Lebensversicherung Erbschaftssteuer fällig. Der Steuersatz liegt in diesem Fall bei 30 – 50 %.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde werden als Steuertipp oft so genannte Über-Kreuz-Policen empfohlen.

Dabei schließt jeder eine Lebensversicherung auf das Leben des anderen ab. Die  hinterbleibende Person ist Versicherungsnehmer, bezugsberechtigte Person und Beitragszahler.

Sie „erbt“ nichts bei Auszahlung der Lebensversicherung. Erbschaftssteuer ist in diesem Fall kein Thema.

 

Fazit

Generell sind Risikolebensversicherungen steuerlich absetzbar, was aber durch geringe Höchstbeträge zumeist vereitelt wird.

Dennoch ist es sinnvoll, sich vor Versicherungsabschluss mit dem Thema Risikolebensversicherung und Steuern zu befassen, um zu erfahren, dass keine Einkommensteuer zu befürchten ist oder wie man bei einer Lebensversicherung Erbschaftssteuer vermeiden kann.

  • Updated 22. Dezember 2017